Babytherapie

Jedes Baby hat eigene Gefühle und emotionale Bedürfnisse und nimmt seine Welt auf seine eigene Weise wahr. Bereits vor der Geburt sammelt es daher Eindrücke und Erfahrungen, auf die es sehr empfindlich reagiert. Auch die Geburt ist ein beeindruckendes Ereignis. Diese Einprägungen hinterlassen buchstäblich Spuren im Körper und können als traumatisch und belastend empfunden werden. Im weiteren Lebensverlauf trägt das Baby diese Erfahrungen in seinem Verhalten, seinen Gefühlen und Einstellungen mit sich. 

Belastend können  z.B. sein:

· Stress oder ein „Gefühlschaos“ bei der Mutter während der Schwangerschaft

· Eine Geburt, die vom biologisch programmierten Verlauf abweicht (z.B. Festhängen im Geburtskanal, PDA usw. )

· Medizinische Eingriffe vor/während/nach der Geburt (wenn auch evtl. notwendig, so führen sie beim Baby zu Kontrollverlust, zu einem Gefühl von Zwang und Manipulation und zu einem Bruch in der Bindung zur Mutter)

· Trennung von der Mutter oder ein Bruch in der Bindung aus verschiedenen Gründen

Solche und andere Belastungen und Traumatisierungen können dazu führen, dass ein Baby in seinem Gefühlsleben blockiert wird. 

 

Die Signale eines Babys

Ein Blick auf die Körpersprache des Babys (z.B. Bewegung, Mimik, Muskeltonus) verhilft zu einem Bild der Emotionen, die in seinem Körpergedächtnis gespeichert wurden. Ein Baby gibt deutliche Signale, wenn es ihm nicht gut geht, wie z.B.:

· Oft und langanhaltendes Weinen oder gelegentlich kreischendes Schreien

· Hyperaktivität und Überempfindlichkeit (z.B. starke Reaktion auf Kleidung, die über den Kopf gezogen wird)

· Passivität (Geburt als Schockerlebnis kann zum Erstarren führen und zeigt sich z.B. an einer versteiften Körperhaltung oder an sehr ruhigen, „verträumten“ Babys)

· Psychosomatische Beschwerden (wie Einschlaf-/ Durchschlafstörungen, Essprobleme/Reflux, starke Hautreaktionen)

Eltern fühlen dabei ein Bedürfnis nach Hilfe. Babytherapie versucht darauf  eine Antwort zu geben.


Die Sitzung

Bei einem Treffen stellen wir den Eltern Fragen z.B. über die Geburt und achten dabei darauf, was das Baby uns sagt. Es erzählt uns seine Geschichte.    Zudem werden über zarte Berührungen am Körper belastende Erfahrungen aktiviert. Babys wollen mit ihren Gefühlen in Kontakt kommen und darüber mit der Umgebung kommunizieren!

Nach außen zeigt das Baby seinen emotionalen Schmerz meist durch Weinen. Reagiert man dabei auf falsche Art und Weise, so schottet sich das Baby gegen diese Gefühle ab und gerät in Distanz zu seinem inneren Erleben. Babypsychotherapie will nicht das Schreien beenden, sondern hört der dahinterstehenden Geschichte empathisch zu. Dadurch kann das Baby sich von seinem Schmerz befreien, sich „entladen“.  Das Schreien kann nur aufhören, wenn die Geschichte erzählt ist und es sich in seinem Leiden verstanden fühlt. Das Gefühl, verstanden zu werden, wirkt in sich heilend.

 

Begleitung durch die Mutter

Eltern - besonders Mütter - haben es oft schwer ihr Baby weinen zu hören. Es kommen oft starke Gefühle und Widerstände auf, besonders wenn das eigene „innere verletzte Kind“ geweckt wird und Schuldgefühle entstehen. 

Ohne Zustimmung ist die Arbeit aber sehr schwierig. Das Baby will seine Geschichte eigentlich den Eltern erzählen, der Therapeut ist nur Übersetzer! Ich helfe:

· die Sprache des Babys zu lernen

· den praktischen Umgang mit den Emotionen des Babys zu üben

· der Mutter die nötige Hilfe zu bieten, um eigene Gefühle zu äußern und an eigenen Erfahrungen zu arbeiten